| Der Marktplatz |
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Der Marktplatz war das Herz jeder mittelalterlichen Stadt, an dem sich das öffentliche Leben abspielte. Deshalb herrschte an diesem Platz oft ein reges, geschäftiges Treiben. Die Zahl, Zeit und Dauer der Märkte waren genau geregelt. Zu den aufregendsten Ereignissen im Leben der Menschen gehörten bestimmt die jeweils ein Mal im Jahr durchgeführten Jahrmärkte. Aus der ganzen Gegend kamen Händler nach Münzenberg, um ihre Waren anzubieten. An den Verkaufsständen und Buden, den Schirnen, konnte man von einheimischen und fremden Händlern Dinge für das tägliche Leben wie Fleisch, Brot, Töpfe, Lederwaren, Leinwand und Wolltuche bekommen. | |
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Aber auch Luxusartikel wie Seide und Gewürze, Felle, Wein und Fisch, die Fernhandelskaufleute mitbrachten, wurden wohlhabenden Kunden zum Kauf angeboten.
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Zu den vermögenden
Bewohnern Münzenbergs zählten oftmals die Familienmitglieder des Burgherrn
und seiner Burgmannen, die einiger Kaufleute, Händler und grundbesitzender
Bauern. Diese Fernhandelskaufleute waren in kleineren Städten wie
Münzenberg seltener anzutreffen. In Mainz, Köln, Hamburg oder Paris waren
daher Seide, Pelze und kostbare Tuche, Waffen, Kupfer- und Zinnwaren, Reis
und Pfeffer regelmäßig im
Angebot. |
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An allen Markttagen ging es aber auch hier laut her, denn die
Händler priesen mit großem Geschrei ihre Waren an, sodass man manchmal
sein eigenes Wort nicht verstehen konnte. Obwohl auf dem Land viele
Menschen ihre Nahrungsmittel, Kleidung und Arbeitsgeräte selbst
herstellten, waren sie immer mehr auf den Markt als Umschlagplatz für
Waren angewiesen. Da sich der Lebensstandard allmählich verbesserte,
stiegen natürlich auch die Ansprüche der Zeitgenossen. Die Wochenmärkte,
an denen die Bauern und Bauersfrauen Eier, Geflügel, Honig, Wachs und
grobe Gewebe anboten und die kleinen Handwerker auf ihre Waren aufmerksam
machten, waren für die Bevölkerung besonders wichtig, da dort Waren für
den täglichen Bedarf umgesetzt wurden. An diesen Wochenmarkttagen trafen
Hersteller, Anbieter, Verbraucher und Käufer aus breiten
Bevölkerungskreisen auf engem Raum aufeinander. Dazu gehörten im
Mittelalter bereits Handwerker, die sich spezialisiert hatten. Diese
stellten zum Beispiel Schuhe, Sensen, Räder, Fässer, Nägel, Messer,
Kessel, Tuche und Seile her, die sie auf den Wochenmärkten oder
Jahrmärkten verkauften. Mit dem erzielten Gewinn konnten sie wiederum
Brot, Kleider und andere Dinge für den täglichen Gebrauch kaufen. |