| Die Pfarrkirche | |
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Wenn man sich den Marktplatz genau ansieht, erkennt man das Werk der Stadtplaner: Der Marktplatz verkörpert die Sonne, die Gassen die Strahlen. Alle Gassen der Altstadt laufen zu diesem Platz hin und vereinigen sich dort. Auch die Kirchgasse geht vom Markt weg. Dort entlang gelangt man zur Pfarrkirche. Die Kirche kann einfach nicht übersehen werden. Der Glockenturm erhebt sich auch heute noch über allen Wohnhäusern, Ställen und Scheunen. |
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Die Kirche spielte sowohl in religiöser als auch in gesellschaftlicher Hinsicht eine zentrale Rolle im Leben des mittelalterlichen Menschen. Auch wenn an dieser Stelle anfangs nur eine kleine Kapelle stand, ändert das nichts an ihrer Bedeutung. Da die Mutterkirche in dem Nachbarort Trais alle Aufgaben für Münzenberg übernommen hatte und Gottesdienste zunächst auf der Burg stattfanden, benötigte man anfangs nur eine kleine Stadtkirche. Ein Friedhof war auch nicht notwendig, da alle Toten in Trais beerdigt wurden. Das konnte natürlich nicht so bleiben, denn schließlich wollte die neue Stadt Münzenberg ihren Einfluss und Reichtum auch nach außen zeigen. Und dazu gehörte selbstverständlich eine Kirche mit einem hoch aufragenden Turm und einem großen Kirchenschiff.
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Sie sollte vom Ruhm Gottes künden, jeden an seine christlichen Pflichten erinnern, vom Wohlstand und christlichen Glauben der Bürger zeugen und die Kunst des Baumeisters widerspiegeln. Nach mittelalterlichem Verständnis waren Kirche und Friedhof fest miteinander verbunden. Der Friedhof gehörte in die Stadt hinein. Die Menschen glaubten, dass die Toten weiterleben und unter ihnen sind. Auf dem Kirchhof fühlten sie sich ihnen besonders nah. Deshalb setzte alsbald eine rege Bautätigkeit ein. Die kleine Kirche wurde vergrößert und ein Friedhof auf dem Kirchhof angelegt. Die alten Grabsteine an der Mauern erinnern noch daran. Die Abtrennung von der Traiser Kirche wurde erfolgreich durchgeführt. |
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Alle Handwerker, die an der Erweiterung der Kirche arbeiteten, waren Meister ihres Faches: Der Steinbrecher, der Steinmetz, der Mörtelmischer, der Maurer, der Dachdecker, der Schmied, der Zimmermann, der Bildhauer und der Glasbläser. Jeder Handwerksmeister hatte eine eigene Bauhütte auf dem Kirchhof und beschäftigte zahlreiche Lehrlinge und Gesellen. Die Schwerarbeit wurde meistens von Tagelöhnern verrichtet. Tagelöhner wurden nur für eine gewisse Anzahl von Tagen beschäftigt und auch nur dafür bezahlt. |
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