
Geschichte der
Stadt Münzenberg und ihrer Stadtteile
Die Stadt Münzenberg
Die Stadt
Münzenberg (5.753 Einwohner) liegt in der nördlichen Wetterau. Die Burg
Münzenberg, im Volksmund "Wetterauer Tintenfass" genannt, ist das Wahrzeichen
der ganzen Region.
Die Stauferanlage, während der Regentschaft von Kaiser Friedrich I. "Barbarossa" um 1160 gebaut, ist mit ihren zwei
gewaltigen Rundtürmen eine der größten deutschen Burganlagen und bildet heute
unter den Burgen des hohen Mittelalters die bedeutendste neben der Wartburg. Zu
ihren Füßen liegt die alte Stadt Münzenberg mit ihrem gut erhaltenen Stadtkern,
vielen Fachwerkhäusern, ihren Kirchen, dem historischen Rathaus, Teilen der Stadtmauer
und dem abseits in der Gemarkung liegenden Galgen.
Auch die anderen Stadtteile blicken auf eine lange Vergangenheit zurück. Aus
Funden ist die Besiedlung des Gebietes seit etwa 3000 v. Chr. belegt. Der Stadtteil Trais wurde 790, der
Stadtteil Gambach 798 erstmals urkundlich erwähnt. Der Stadtteil Ober-Hörgern
ist seit 1271 nachweisbar. In diesen Stadtteilen gibt es noch wohlerhaltene
dörfliche Straßenzüge und andere historische Baudenkmäler. Das Wahrzeichen von
Gambach ist der 52 m hohe Kirchturm der von 1698 bis 1703 erbauten evangelischen
Kirche. Auch die alte Dorfkirche in Trais ist besonders erwähnenswert.
Im Jahre 1995 konnte die Stadt Münzenberg auf ihre 750-jährigen Stadtrechte
zurückblicken.
Die heutige Stadt Münzenberg wurde im Zuge der Gebietsreform 1972 gebildet
und weist Wohnsitzcharakter sowie landwirtschaftliches Gepräge auf. Verkehrsmäßig ist
die Stadt über das "Gambacher Kreuz" (BAB A 5 / A 45) und die Anschlussstelle
Münzenberg erreichbar.
Ein Ausblick von dem besteigbaren Turm der Burgruine auf die
Wetterauer Landschaft, von Vogelsberg bis Taunus, hat für den Besucher einen
besonderen Reiz.

Erholung pur ...
bietet die Stadt mit ihren vier Stadtteilen Gambach,
Münzenberg, Ober-Hörgern und Trais, durch ihre idyllisch Einbettung in
die mittelhessische Hügellandschaft zwischen Taunus und Vogelsberg.
Alle Stadtteile Münzenbergs liegen im
mittleren Wettertal, das aus nordöstlicher in südwestliche Richtung
verläuft. Auf seiner Nordseite wird es durch eine Landschwelle zum
Gießener Becken hin abgegrenzt. Die Umgebung von Münzenberg wird durch
altsteinzeitliche Gerätefunde, deren Alter mindestens 300 000
Jahren beträgt, als ältestes Siedlungsgebiet charakterisiert. In
römischer Zeit entwickelte sich im mittleren Wettertal durch
eine geschlossene Reihe von Gutshöfen (Villae rusticae) entlang einer
Römerstraße, die die Limeskastelle von Butzbach und Alteburg bei
Muschenheim (Stadt Lich, Landkreis Gießen) verband, eine eigene
Kulturlandschaft. Der Limesverlauf im Gambacher Wald bildet auch heute
noch eine Gemarkungsgrenze.
Fränkische Reihengräber am Kirchhof von
Trais belegen eine nahezu ununterbrochene Siedlungskontinuität im
mittleren Wettertal. Der auf einer vermutlich künstlich erstellten
Geländeerhöhung angelegte Kirchhof von Trais mit einer ursprünglich
adligen Eigenkirche und einem benachbarten Adelshof kann als seltenes
Zeugnis frühmittelalterlicher Streusiedlung angesehen werden.
In Gambach, das wie Trais Ende des 8. Jahrhunderts erstmals
schriftlich überliefert wurde, ist zu beobachten, wie ein Kern mit
wehrhaftem Kirchhof allmählich zu einer ringförmig geschlossenen
Ortschaft erweitert wurde. Ein planmäßig angelegtes
hochmittelalterliches Straßendorf ist Ober-Hörgern, quer zur Wetter
angelegt und mit einem einst offenen Wasserlauf in der Hauptstraße des
Dorfes. Die dadurch bedingte Straßenbreite läßt eine typologische Nähe
zu den Angerdörfern entstehen.
Die
überragende Siedlungsgestalt, nicht nur im mittleren Wettertal,
sondern in der gesamten Wetterau ist jedoch die Burg Münzenberg mit
der am Burgberg angelegten Stadt, einer Gründung der
Reichsministerialen von Hagen-Arnsburg in der 2. Hälfte des 12.
Jahrhunderts. Diese gaben ihren älteren Stammsitz Arnsburg (bei Lich,
Landkreis Gießen) auf und nannten sich nach dem Berg, auf dem ihre
Höhenburg errichtet wurde. Unweit des aufgegebenen Stammsitzes
stiftete Kuno
I. von Münzenberg 1174 das
Zisterzienserkloster Arnsburg.
Von der siedlungsschaffenden Kraft der Wetter zeugen im Stadtgebiet
vom gesamten Münzenberg noch eine dichte Folge historischer
Mühlenanlagen und historischer Bruchsteinbrücken. Die Brücke östlich
der Gambacher Mühle soll die Lage der Ortswüstung Nieder-Hörgern
bezeichnen.
In der Umgebung der Stadt Münzenberg ist eine Vielzahl bedeutender
Flurdenkmale erhalten, zu denen eine Gerichtsstätte (Galgen),
Verkehrsmale (Verbotssteine) und insgesamt drei Ruhebänke zu rechnen
sind.


